einhändig Schuhe anziehen und Verschließen – orthopädische Schuhe undVerschluß-Techniken

Da das Thema schon häufiger angesprochen und nachgefragt wurde, zeige ich euch in diesem Video einige Möglichkeiten, wie mit einer Hand Schuhe angezogen werden und und welche Möglichkeiten zum Verschließen und zubinden es gibt.

 

Hier zeig ich es Euch erstmal:

 

 

 

orthopädische Maßschuhe

Zunächst zeige ich euch zwei Varianten der orthopädischen Schuhe, wie man sie bei entsprechender Gehbehinderung vom Arzt verordnet bekommt. Mit diesem Rezept könnt Ihr dann zu einem Orthopädie-Schuhtechniker gehen, der einen Abdruck eurer Füße macht. In einem Katalog könnt Ihr euch dann ein Modell aussuchen und der Techniker baut euch dann diese Schuhe maßangefertigt. Natürlich erwähnt Ihr vorher, dass Ihr nur eine Hand habt/benutzen könnt und könnt dann verschiedeneVerschlußtechniken diskutieren.

 

Im Laufe der Jahre habe ich nun Schuhe mit zwei Varianten angesammelt:

 

  1. orthopädische Maßschuhe mit Doppelreißverschluß

    bei dieser Methode erhalten die Schuhe zwar auch eine Schnürung, sodass die Schuhe enger oder weiter gebunden werden können; Zusätzlich werden jedoch auf beiden Seiten der Schnürung zwei Reißverschlüssee eingebaut. So kann man einfach in den Schuh hineinschlüpfen und lediglich die beiden Reißverschlüsse zuziehen

 

2. orthopädische Maßschuhe mit Klettverschluss

Der Klettverschluß ist sicherlich ein Klassiker und unter Erwachsenen eigentlich eher lächerlich. Aber er erfüllt seinen Zweck und ist für Einhänder leicht zu bedienen. Also ich persönlich habe bezüglich meiner Behinderung und der notwendigen Hilfsmittel mittlerweile alle Hemmungen abgelegt. Seien wir froh, dass wir laufen können;

und wenn dazu Schuhe mit Klett nötig sind – wer das bemängelt oder belächelt, soll erstmal den Weg gehen, den wir hinter uns haben!

 

Also sprecht mit eurem Schuhmacher ruhig auch über diese Möglichkeit.

 

 

übliche Schnürschuhe einhändig binden

Wollt Ihr aber handelsübliche Schuhe mit Schnürsenkeln weiter nutzen, so ist dies mit den richtigen Tricks und Hilfsmitteln auch möglich…

 

Einhand-Wickelknopf

Eine Möglichkeit, reguläre Schnürschuhe (weiter) nutzen zu können, gibt der sogenannte Einhand-Wickelknopf. Dabei handelt es sich um einen Knopf mit einem „Hals“, worum der Schnürsenkel gewickelt wird. Zunächst muss der Schnürsenkel an einem der untersten Löcher der Schnürung festgeknotet werden. Er wird dann komplett durchgefädelt und der Wickelknopf am oberen Rand von einem Orthopädie-Schuhtechniker festgenietet.

Zum Anziehen kann der Schnürsenkel nun einfach fest gezogen und das Ende um den Wickelknopf gewickelt werden.

Mit dieser Methode habe ich einige Jahre gelebt. Alle paar Monate konnte es mal passieren, dass der Wickelknopf verbogen oder sogar abgerissen war( ich bin aber auch ein kräftiger Junge); dann kann man das vom Orthopädie-Schuhtechniker aber auch schnell wieder reparieren lassen. Das hat mich sogar nie etwas gekostet.

 

 

 

 

Ganz neu entdeckt habe ich kürzlich diesen Magnet-Verschluß für normale Schnürschuhe. Testen konnte ich sie noch nicht, aber ich möchte euch zumindest den Hinweis geben:

(Bild anklicken!)

 

 

außerdem gibt es noch verschiedene Schnürsenkel-Lösungen, die einmalig in den Schuh eingezogen werden, sodass man dann künftig einfach in die Schuhe rein schlüpfen kann.

Auch diese konnte ich bisher nicht selbst testen, jedoch wurden sie mir von einer Freundin empfohlen:

(Auf das Bild klicken)

 

 

(Auf das Bild klicken)

einhändig staubsaugen mit dem Akku-Staubsauger AEG Ergorapido

Möchte man als Schwerbehinderter alleine und selbständig leben und wohnen, so stellt sich die Frage der Möglichkeiten des Hausputzes und sauberhalten der Wohnung.

 

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die Nutzung eines herkömmlichen Staubsaugers mit Kabel sehr schwierig ist. Das Kabel ist ständig im Weg, verfängt sich an Tischbeinen und anderen Möbeln und Gegenständen und wird so zur Stolperfalle und  Unfallgefahr.

 

Als mögliche Lösung habe ich für mich einen Akku-Staubsauger gesucht und nach einem Reinfall mit Verschrottung (Nilfisk Gerät) entdeckte ich den Ergorapido von AEG. Und tatsächlich ist dieses Gerät sehr gut mit einer Hand bedienbar, leistungsstark genug für eine komplette Bodenreinigung und kommt ohne Beutel aus. An der Bodeneinheit befindet sich eine starke LED-Leuchte, um auch unter den Möbeln etwas sehen zu können. Das Gerät ist extrem beweglich und sehr leicht mit einer Hand zu steuern, selbst schwierige Ecken bis hinter die Toilette sind damit erreichbar.

 

Der Sauger ist ein 2in1-Gerät und besteht aus einem Hauptteil mit Bodeneinheit sowie einem abnehmbaren Handstaubsauger. Außerdem gehört eine Ladestation dazu, in der ich den Sauger dauerhaft stehen lasse.

 

Auch das Ausleeren des Behälters und reinigen ist mit etwas Geschick auch einhändig zu erledigen.

 

Ich nutze das Gerät nun schon einige Monate und bin völlig zufrieden.

 

Hier seht Ihr ihn in Aktion:

 

 

Zu bestellen ist das Gerät bei Amazon unter diesem Link (aufs Bild klicken):

Duschen mit einer Hand – der richtige Haltegriff

Vermutlich geht bei den meisten Betroffenenneben der Hand-Symptomatik auch noch eine Gehbehinderung oder sonstige Bein/-Fuß-Symptomatik mit einher. Diese Kombination führt insbesondere auch zu Schwierigkeiten bei der Nutzung von „normalen“ Duschen, da für den schwierigen Einstieg in die Duschwanne ein guter Halt mit nur einer Hand gewährleistet sein muss.

 

Hierzu kann ich meine bestehende Lösung unbedingt empfehlen: Einen Haltegriff an der Decke. Dies hat verschiedene Vorteile. Zunächst kann dieser von mehreren Standpositionen erreicht werden und ist niemals im Weg oder ein Hindernis wie ein Wand-Haltegriff, an welchem man bei jedem Schritt und jeder Drehung vorbei muss.

 

 

Hier zeige ich Euch, wie das bei mir funktioniert:

*( Herzlichen Dank an Hendrik Kersten für die Produktion des Videos)

 

 

Leider gibt es speziell diesen Haltegriff nicht zu kaufen, da dieser von meinem Vater selbst geschweißt wurde. Aber Haltegriffe gibt es in verschiedenen Varianten im Sanitätshaus, meist sogar auf Rezept eures Arztes.Alternativ könnt Ihr auch im Baumarkt danach suchen.

 

Wichtig! Bitte holt euch unbedingtkompetente Hilfe für die Montage eines Haltegriffes, egal ob an der Wand oder Decke! Die absolut feste und stabile Anbringung sorgt dafür, dass Ihr in dieser feuchten und rutschigen Umgebung Halt findet, nicht stürzt und kann somit vor Verletzungen schützen und im Extremfall sogar Leben retten.

 

Daher rate ich von Griffen mit Saugnapf eher ab. Kurzfristig mögen diese Dinger vielleicht halten, aber auf Dauer funktioniert sowas einfach nicht.

 

Übrigens, wenn Ihr einen Haltegriff per Rezept organisiert, ist meist auch die Montage durch das Sanitätshaus mit inbegriffen.

Zahnpflege: einhändig Zahnseide benutzen mit dem Zahnseidehalter

Die Körperpflege gehört insgesamt schon zu den schwierigeren Aufgaben eines Einhänders. Und während das Zähneputzen noch relativ machbar ist, so ist die herkömmliche Nutzung von Zahnseide schlichtweg unmöglich für uns.

 

Ich habe eine ganze Weile nach der optimalen Lösung gesucht und musste die bekannten kleinen Zahnseide-Gabeln leider ausschließen. Die einzige „Bauart“, die man einhändig hätte nutzen können, wird leider nicht mehr hergestellt.Außerdem sind diese Einweg-Lösungen immer ein Müll-Problem…

 

Dann entdeckte ich einen Zahnseide-Halter, bei dem man die Zahnseide einfädelt und immer wieder nachfüllen kann: den Ultimate Flosser. Dabei handelt es sich um ein Haltegerät mit einer „2-Finger-Gabel“; Die Zahnseide wird hier eingefädelt und läuft von einer Rolle über die 2 Haltefinger und zurück auf ein Drehrad. Betätigt man den seitlichen Hebel, so dreht sich das Rad und wickelt die benutzte Zahnseide auf, sodass ein frisches Stück nachgezogen wird und immer ein frischer Abschnitt in der Halterung gespannt ist.

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Okay, das Einfädeln der Zahnseide ist eine ziemliche Fummelei. Mit viel Übung und Geduld habe ich es mit einer Hand geschafft, aber es ist sicher keine Schande, sich hierfür Hilfe zu holen.

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Das Benutzen und Reinigen der Zahnzwischenräume ist damit jedenfalls einwandfrei mit nur einer Hand möglich. Ich nutze dieses Gerät nun schon einige Jahre und bin sehr zufrieden…

 

Das Produkt ist bei Amazon zu erhalten und ich bitte euch, den folgen Bild-Link zu benutzen:

einhandblog: Mit Schneidhilfe Obst und Gemüse schneiden; Kartoffeln, Tomaten, Äpfel in Scheiben schneiden

Zum selbständigen Len trotz Behinderung gehört auch das Kochen und die Zubereitung von Lebensmitteln. Dazu müssen oftmals Zutaten geschnitten werden. Dazu nutze ich ein kleines, aber geniales Hilfsmittel, welches ich euch hier vorstellen möchte. Wie Ihr im Video sehen könnt, handelt es sich dabei um eine ArtKlammer-Halterung, mit der Ihr ein Gemüse oder Obst wie Kartoffeln, Tomaten, Äpfel usw., aber auch Eier, einfach greifen könnt und die Halterung umgedreht auf den TZisch stellt – sinnvollerweise mit der Anti-Rutsch-Folie. Anschließend könnt Ihr ein Messer durch die Führungsschlitze der Schneidhilfe führen und so das Lebensmittel in Scheiben schneiden:
*( Herzlichen Dank an Hendrik Kersten für die Produktion der Videos)

 

Dieses sehr praktische Helferlein ist zudem auch noch sehr günstig bei Amazon zu bekommen für rund 7 €. Bitte nutzt den folgenden Bild-Link für den Kauf und unterstützt dadurch diesen Blog:

Der Gips-Irrtum: Ein Erklärungsversuch…

Wir Betroffenen können es nicht mehr hören:

„Oohhh ja, das kann ich mir gut vorstellen, wie schwer das ist – Ich hatte mal den Arm/ die Hand 4 Wochen in Gips“.

 

Wie der Titel schon verrät, IHR HABT KEINE AHNUNG!!!

 

Lasst mich hier bitte versuchen, euch zu erklären, dass dieser Vergleich lächerlich, unsensibel und vor allem falsch ist. Und wieso…

 

Zunächst möchte ich versuchen, die Situation eines Schwerbehinderten mit Halbseitenlähmung (Hemiparese) zu erklären und wie sich das anfühlt. Selbstverständlich kann ich nicht für alle Formen der Schwerbehinderung und Einhändigkeit sprechen, sondern nur aus meiner Sicht eines Schlaganfallpatienten. Da ich jedoch sehr viele andere Schlaganfall-Patienten mit gleichen oder vergleichbaren Folgen kennengelernt habe und zu vielen von ihnen Kontakt pflege und regen Austausch betreibe ( An dieser Stelle herzliche Grüße an die verschiedenen

Ffacebook-Gruppen zu diesem Thema, in denen ich Mitglied bin), glaube ich im Namen vieler Mitpatienten, Betroffenen und Angehörigen sprechen zu können.

 

Ich beginne meine Erklärung mit einem kurzen medizinischen Abriss: Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn durch eine Blutung (Hirnblutung) oder MinderDURCHblutung (Ischämie durch ein Gerinnsel) stark beschädigt. Gehirnzellen und ganze Areale werden zerstört. Damit fallen diejenigen Funktionen zum Opfer, die von diesen zerstörten Hirnregionen/-Zellen gesteuert wurden. Wird beispielsweise die linke Hirnhälfte beschädigt, welche das Sprachzentrum beherbergt und die rechte Körperhälfte steuert( die Hirnhälften steuern immer die jeweils gegenüberliegende Körperhälfte), so kann der Betroffene nicht mehr sprechen (Aphasie) und ist rechtsseitig gelähmt.

Und somit kommen wir zum ersten Irrtum: Viele Außenstehende denken beim Begriff „Lähmung“ an eine Taubheit, ähnlich wie bei dem bekannten Phänomen der „eingeschlafenen“ Hände oder Füße. Das ist falsch. Lähmung bedeutet im Grunde einfach nur, dass wir das entsprechende Körperteil nicht bewegen können, weil eben der entsprechende Teil im Gehirn zerstört ist.  Unser Gehirn weiß gewissermaßen einfach nicht mehr, wie das geht.

Einmal zerstörte Hirnzellen oder auch Nervenzellen können auch nicht wieder regenerieren oder nachwachsen – was weg ist, bleibt weg!

Deshalb macht es eigentlich auch keinen Sinn, bezüglich Hirnpatienten (Ich nenne das jetzt mal so, weil auch Schädel-Hirn-Traumas (SHT) vergleichbar sind, z.B. nach Autounfällen) von Genesung oder Heilung zu sprechen oder zu wünschen.. Denn das wäre streng genommen ein Wunder.

Stattdessen gibt es nur einen Weg: Alles neu lernen bzw. umstrukturieren. Und das ist, was in einer Reha mittels Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie versucht wird. Unser Gehirn kann sich umstrukturieren, sodass die verbliebenen Hirnbereiche und Zellen die Aufgaben erlernen und übernehmen können, die zerstört sind. Deshalb ist so ein langer Weg und unglaublich anstrengend: Weil wir nicht genesen, sondern alles neu lernen. Aber nicht mit allen Funktionen funktioniert das immer gleich gut. So kenne ich viele Patienten (wie auch in meinem Fall), die zwar das Laufen wieder einigermaßen erlernt haben, aber andere Defizite bestehen bleiben, wie der Sprachverlust oder ein gelähmter Arm.

Das hängt auch damit zusammen, dass jeder Mensch unterschiedlich gut neues erlernen kann. So haben es bspw. junge Patienten oft leichter als ältere; Außerdem wird Rehabilitation mit zunehmedem zeitlichen Abstand zum Ereignis schwieriger und weniger erfolgsversprechend – Die ersten Wochen und Monate erreicht man am meisten.

 

Nun aber zurück zum gelähmten Arm: Wie fühlt sich das an?

Wie schon gesagt, hat eine Lähmung nicht unbedingt etwas mit Taubheit zu tun – tatsächlich kann das Gefühl und die Sensibilität im Arm völlig in Ordnung sein.

Ach apropos „in Ordnung“: Nochmal zur Klarstellung: Der Arm selbst ist dabei ja tatsächlich auch überhaupt nicht beschädigt, denn wir haben uns ja schließlich nicht den Arm verletzt oder den Nerv durchtrennt, sondern das Gehirn, welches den Arm gesteuert hat. Also eigentlich besitzen wir „Hemis“ einen völlig intakten Arm, dieser ist nur gewissermaßen „außer Betrieb“. Wie bei einem Roboter, der keinen Strom mehr hat. Ich verwende auch gerne das Gleichnis der Marionette. Die eigentliche Puppe/unser Körper ist völlig in Ordnung, ebenso die steuernden Fäden bzw. unsere Nervenstränge – Nein, das Problem ist: Der Puppenspieler ist tot! Und deshalb hängt die Puppe nur noch schlaff herum.

 

Und damit sind wir beim Stichwort: schlaff!

 

Dieses Wort beschreibt doch ziemlich gut, was ein gelähmter Arm eigentlich ist und wie es sich anfühlt. Im Grunde ist es wie ein Stück totes Fleisch oder irgendein gegenstand, der da an unserer Schulter hängt und vor sich hin baumelt.  Und so erklärt sich auch das Gefühl, ein Körperteil nicht bewegen zu können: Es geht einfach nicht und wir wissen nicht, wie es geht, weil unser Hirn gar nicht mehr weiß, dass da noch etwas ist, was zu mir gehört und früher mal bewegt werden konnte. Im Grunde ist genauso wie mit anderen Körperteilen, die wir alle nicht bewegen können. Zum Beispiel unsere Haare oder die Ohrläppchen. Ja ich weiß, einige denken, sie können das, aber letztendlich bewegen sie nur einen Ohrmuskel und nicht das Läppchen selbst!).

 

Versteht Ihr? – Das sind einfach „tote“ und fremde Teile, die wir einfach nicht bewegen können. Geht halt nicht, ist auch kein besonderes Gefühl, sondern einfach nicht in unserem Bewusstsein vorhanden.

Der große Unterschied ist, dass wir Ereignis-Patienten, also SHT oder Schlaganfall, eine Erinnerung an frühere gesunde Zeiten haben, in denen diese Funktion noch vorhanden war. Und so sehr wir uns auch mit der Situation arrangieren und unser Leben und den Alltag bewältigen, diesen alten Zeiten in Gesundheit werden wir IMMER nachtrauern und sie nie vergessen.

An dieser Stelle sei der große Unterschied zu den Schwerbehinderten genannt, die schon mit ihrer Behinderung geboren wurden.

Der Philosoph in mir würde vielleicht sagen: Wir hatten die Chance und Ehre, Eriunnerungen an gesunde Zeiten zu sammeln, was den behindert-geborenen leider nicht vergönnt war. Doch das führt jetzt zu weit.

 

Also nochmal kurz zusammengefasst: Wir Einhänder durch Lähmung  haben eine Körperfunktion verloren, die wir meist viele Jahre zuvor als selbstverständlich betrachtet haben und müssen nun mühsam lernen, mit einer verbliebenen Hand alle Aufgaben und Hürden des Alltags zu bewältigen. Und Alltag ist hier nicht so einfach dahin gesagt. Nein, das selbständige Leben und Versorgen ist das oberste Ziel jeder neurologischen Reha nach SA oder SHT. Denn es gibt nur eine Alternative: und die heißt Pflegefall! Das Wort sagt es ja schon – Irgendwer anders muss ja die Pflege des Patienten übernehmen, wenn er es nicht mehr selbst kann bzw. erlernt. Und so sind die ersten Ziele in der Reha zumeist das Wasch- und- Anzieh-Training und das Essen sowie der einhändige Umgang mit Besteck und dem sog. Einhänderbrett/Frühstücksbrett. Und nicht zu vergessen muss auch der Gang zur Toilette erlernt werden, wobei hier auch das verbliebene oder bereits neu erlernte Geh- und Stehvermögen wichtig ist, ggf. auch für den Wechsel vom Rollstuhl auf die Toilette.

 

Ich persönlich habe viele Wochen und Monate gebraucht, bis ich mich mit einer Hand selbständig waschen und anziehen konnte. Die Königsdisziplin „selbständig und stehend duschen“  erzielte ich erst nach über einem halben Jahr und führte zu ausgiebigen Freudentränen.

 

So meine lieben Freunde da draußen: Könnt ihr euch nun ein bisschen vorstellen, wie das alles so ist?

 

Und erkennt Ihr nun die Lächerlichkeit eures Gips-Vergleiches?

  • Ein Vergleich zwischen einem gebrochenen Knochen, der VON ALLEIN heilt, wofür man lediglich Zeit aufbringen muss ( diesen Luxus muss man erstmal begreifen, den uns unser Körper da schenkt) und einer lebenslangen Behinderung, die uns oft unverschuldet und eigentlich immer zu früh im Leben durch einen Schicksalsschlag zugefügt wurde. Ein wichtiges Adjektiv fehlt noch: unvorbereitet! – Die meisten von uns dürfte so ein Ereignis völlig aus dem Leben gerissen haben und Lebenspläne obsolet gemacht, Möglichkeiten verbaut und Träume erübrigt haben.

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel einen Einblick geben in die Erfahrung und das Leben von Patienten wir mir und leider viel zu vielen anderen.

Versteht mich nicht falsch: Ich möchte damit niemanden verurteilen oder angreifen, der jemals diesen Vergleich mit einem Armbruch gebracht hat; Vielmehr möchte ich informieren und aufklären, damit Ihr nicht irgendwann ungewollt jemanden vor den Kopf stoßt und umgekehrt euch nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, wenn ein Betroffener eurem Vergleich nicht gerade lächelnd zustimmt..

Also erwartet bitte kein “ Jaja genau, hast Recht, das ist genauso wie dein Armbruch vor 20 Jahren…“

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen da draußen beste Gesundheit und ggf. gute Besserung!

 

Liebe Grüße vom Andi

 

Einhand-Dosenöffner – Konservendosen mit einer Hand öffnen

Ich begrüße euch zu meinem ersten Beitrag in meinem Einhänder-Blog. Bitte habt also Nachsicht mit mir, wenn noch nicht alles perfekt ist 😉

 

Diesen ersten Beitrag widme ich einem Produkt, welches sich als sehr hilfreich und praktisch erwiesen hat, aber dennoch ein reguläres Produkt (im Gegensatz zu Hilfsmitteln aus dem Sanitätshaus) ist und ganz einfach für Jedermann online bestellt werden kann:

 

Diser Einhand-Dosenöffner ist tatsächlich kinderleicht mit nur einer Hand zu bedienen und öffnet so sämtliche Konserven problemlos. Ich nutze ihn jetzt schon einige Jahre und bin immer noch begeistert.

 

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Zur Handhabung:

 

Der Öffner wird einfach mit dem Schneiderad auf die Kante der Dose gesetzt, anschließend kann man die beidenGriffe wie bei einer Schere zusammendrücken. Dabei öffnet sich das Gerät wieder selbständig und man drückt es erneut zusammen; Durch die Auf- und zu-Bewegung schneidet sich das Gerät immer weiter um den Rand der Konservendose, wobei das Zahnrad die Dose dabei dreht. Es entsteht also eine Art Pump-Bewegung, wobei sich die Dose dreht und im Kreis aufgeschnitten wird. Der Öfnner macht dabei ein „ratschendes Geräusch“ durch die Zahnräder…

Ist der Deckel rundum ausgeschnitten, kann man einen weiteren cleveren Bestandteil des Öffners nutzen: An einer Seite der Griffe befindet sich ein recht kleiner runder Magnet, mit dem man nun ganz einfach den Deckel abheben kann, ohne mit dem Finger an den scharfen Kanten herumfummeln zu müssen.

 

 

Alles in allem also ein sehr cleveres Gerät und wie für uns Einhänder gemacht; Aber auch sonst könnte ich mir das als nettes Geschenk für jeden Hobbykoch vorstellen.
*( Herzlichen Dank an Hendrik Kersten für die Produktion der Videos!)

 

Den Einhand-Dosenöffner gibt es bei Amazon zum Preis von 26,99 €.

 

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