Neglect nach Schlaganfall: Fakten und Patientenerfahrung

Neglect nach Schlaganfall: So erlebt es der Patient

 

 

Zu Beginn der Frühreha bekam ich einen Therapieplan mit den einzelnen Terminen in der Woche. Da standen bekannte Begriffe wie Krankengymnastik, Ergotherapie undMotomed; Aber dann auch ein mir völlig unbekannter Begriff namens „Neuropsychologie. Darunter konnte ich mir erstmal überhaupt nichts vorstellen und blickte gespannt und neugierig auf den ersten Termin.

 

Was ist ein Neglect?

Ein paar Tage später war es soweit und ich saß im Büro eines Neuropsychologen. Er schob mich in meinem Rollstuhl( gehen konnte ich hier noch lange nicht wieder) an einen Tisch mit einem Desktop-Computer, der augenscheinlich schon älter war als der Psychologe und ich zusammen. An den PC angeschlossen waren zwei große einzelne Tasten, die aussahen wie Lichtschalter, die man auf den Tisch gelegt hätte.

Der Neuropsychologe startete den PC und dann ein Programm namens CogPack. Er erklärte mir, dass man damit verschiedene kognitive Funktionen testet und auswertet, die üblicherweise nach einem Schlaganfall eingeschränkt sind. Dazu gehörte auch das zweite Programm namens TAP – Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung.

Bei den folgenden Tests musste ich immer musste ich immer bei bestimmten Ereignissen eine der beiden Tasten drücken. Beispielsweise wenn in der Mitte des Bildschirms ein X erschien oder ein bestimmter Ton piepte. Eigentlich erschien mir das Ganze als Kinderkram und viel zu easy, um in einem seriösen Krankenhaus eingesetzt zu werden. Doch es musste wohl mehr dahinterstecken….

 

Nach den Tests zeigte er mir am PC die Auswertungen  in Form von statistischen Diagrammen, die meine Ergebnisse stets im Vergleich mit üblichen und gesunden Durchschnittswerten.

Dabei ging es um diese kognitiven Funktionen:

  • Alertness
  • Arbeitsgedächtnis
  • Augenbewegung
  • Crossmodale Integration
  • Dauraufmerksamkeit
  • Flexibilität
  • Gesichtsfeld/Neglect
  • Geteilte Aufmerksamkeit
  • Inkompatibilität
  • Verdeckte Aufmerksamkeitsverschiebung
  • Vigilanz
  • Visuelles Scanning

 

Die meisten Funktionen waren bei mir eingeschränkt und er erklärte mir, dass ich einen deutlichen Neglect hätte, wovon ich noch nie etwas gehört hatte. Mir war auch nichts aufgefallen, ich fühlte mich geistig klar und fit und konnte mich doch normal unterhalten, an alles erinnern und sogar neues lernen wie bisher so viele medizinische Fachbegriffe und Diagnosen rund um meinen Schlaganfall. Was sollte also dieser Neglect sein?

 

Der Psychologe erklärte mir, dass dies eine Wahrnehmungsstörung zur betroffenen Seite( bei mir links) sei, bei der das Gehirn alle möglichen Eindrücke nicht wahrnimmt, sondern ignoriert. Diese Störung ist multimodal und betrifft demnach sehen, hören und fühlen. Dabei ist nicht das jeweilige Sinnesorgan defekt, also Auge, Ohr oder Haut; Nein, die Eindrücke werden dort aufgenommen und auch korrekt über die Nerven zum Gehirn weitergeleitet. Doch das geschädigte Gehirn verarbeitet diese Informationen nicht mehr richtig. Daher der Name, denn „to neglect“ ist englisch für vernachlässigen. Gut, also angeblich vernachlässigt mein Gehirn jetzt Informationen von links. Er erzählte mir, dass die Betroffenen die oft erst nicht merken. Es gibt aber typische Auffälligkeiten wie beispielsweise das einseitige Rasieren, Gegenstände übersehen oder nicht bemerken von Ansprechen oder Schulterklopfen.

Die gleichen alten Computer und testprogramme begegneten mir übrigens auch noch in der Hauptreha sowie Jahre später beim Gutachter der Rentenversicherung.

 

Das Phänomen

 

Mit diesem Wissen ging die Reha weiter und schon bald fielen mir erste Situationen auf, die zur Erklärung des Neuropsychologen passten.

 

Eines Tages war ich unterwegs zur Ergotherapie und rollte mit dem Rollstuhl den Flur entlang. Plötzlich gab es einen lauten Knall und der Rolli stand urplötzlich fest, so dass ich beinahe vorn rausgefallen wäre. Für eine Sekunde dachte ich an einen Platten oder sonstwie defekten Rollstuhl. Aber dann schaute ich mich um und sah die Wand des Flurs verdächtig nah neben mir. Und ein Blick nach unten führte auf einen Heizkörper, den ich offenbar voll erwischt hatte. Moment ml, wo kommt der denn her? Gilt hier nicht rechts vor links?

Apropos links….. Wenn ich den Heizkörper jetzt deutlich sehen konnte, wieso bin ich dann dagegen gefahren?

Spontan erinnerte ich mich an die Ausführungen des Psychologen und den Neglect. Sollte mein Hirn jetzt etwa tatsächlich beim Fahren die linke Seite ignorieren? Mein geliebtes Auto kam mir in den Sinn und ich beschloss, weiter darauf zu achten.

Um die freie Zeit und Langeweile im Krankenhaus zu bekämpfen, hatte ich mir Bücher mitbringen lassen. Eines Abends legte ich eines auf den Tisch in meinem Patientenzimmer und rollte mit dem Rolli so dicht heran, dass ich auf dem Tisch lesen konnte. Denn mit einer Hand ist das Buch festhalten schwierig bis unmöglich je nach Dicke usw.

Ich las die spannende Geschichte und die Zeit verging. Doch plötzlich machte die Geschichte einfach keinen Sinn mehr. Von jetzt auf gleich befand sich die Hauptfigur an völlig anderen Orten und nichts ergab einen Sinn. Sofort hatte ich einen bösen Verdacht und begann das Kapitel vor vorn und sehr langsam zu lesen. Jetzt funktionierte es und der rote Faden war wieder da. Und ich erkannte auch, wo vorher das Problem war und sah wieder den Zusammenhang zum Neglect. Denn der Anfang eines Satzes und einer Zeile ist wo? Genau…. Links! Ich hatte also die Anfänge übersehen und immer wieder die gleichen Zeilen und Sätze gelesen ODER hatte Zeilen übersprungen. So kann man natürlich auch die beste Story zerstören.

Mir wurde ganz heiß vor Angst: Das konnte doch nicht sein, dass ich jetzt mit 26 plötzlich nicht mehr lesen kann und überall gegenfahre.

Nein, da spiel ich nicht mit. Ich dachte, wenn mir das Problem bewusst ist, müsste ich doch Strategien entwickeln können, um damit umzugehen. Das erinnerte mich spontan an den Film „A beautiful Mind“ mit Russel Crowe als John Nash. Der hat es doch so ähnlich gemacht und seine Schizophrenie mit Logik und offensivem Bewusstmachen bekämpft.

Beim vorliegenden Problem lag die Lösung nahe. Ich suchte mir ein gerades Hilfsmittel wie ein Lineal, um es beim Lesen unter die aktuelle Zeile zu halten und dann weiterzuschieben. Es funktionierte wunderbar und nach den ersten drei oder vier Büchern konnte ich das Hilfsmittel schon weglassen und mit bewusster Konzentration auch normal lesen. Ich erzählte das auch dem Neuropsychologen beim nächsten Treffen und er war begeistert. Es sei wohl ungewöhnlich, dass Schlaganfallpatienten so früh wieder lesen würden. Und so dachte ich schon, ich hätte den Neglect im Griff, aber es folgten weitere Auffälligkeiten.

Beim Essen im Speisesaal geschah es mir, dass ich noch Hunger hatte und nach Nachschlag fragte, die Speisesaal-Mitarbeiterin mich aber darauf hinwies, dass ich doch erstmal aufessen solle. Ich schaute auf den Teller und wusste sofort, was los war. Der Teller war noch genau halb voll und nur die rechte Hälfte, von einer sauberen Mittellinie getrennt, leer gegessen. Dies war doch ein klassisches Beispiel für den Neglect… Na toll, und jetzt ist es mir auch passiert.

„Als leidenschaftlicher Esser werde ich aber auch hier jetzt bewusst drauf achten“, dachte ich und tatsächlich sollte speziell dieses Phänomen erst einmal nicht wieder auftauchen. Allerdings in ähnlicher Form passiert es mir bis heute, 12 Jahre später, dass ich beim Essen etwas Bestimmtes suche und nicht sofort auf dem Teller finde oder etwas Nachschlag auf den Teller nachlege, um dann festzustellen, dass das Objekt der Begierde noch ausreichend vorhanden war…. Natürlich auf der linken Seite…

So passiert es auch regelmäßig, dass ich bei Fragen wie „Gib mir mal bitte das Wasser, Salz, Soße oder ähnliches“ erstmal einen Moment suchend umherschaue, um es dann natürlich links von mir auf dem Tisch zu entdecken. Und jedes Mal weiß ich genau, dass ich das früher ohne Neglect sofort im Blick gehabt hätte.

 

Allerdings lässt sich ganz eindeutig eine Besserung verzeichnen. Die beschriebenen Vorfälle werden immer seltener und mein Umgang damit stetig besser.

 

Der Neuropsychologe in der Hauptreha nannte mich einst „Meister der Kompensation“, weil ich eben das Problem des Neglects mit viel Bewusstmachen kompensiere. Und dies ist auch mit ein Grund, warum ich diesen Beitrag schreibe…. Um zu zeigen, dass sowohl die Zeit den Neglect verbessert als auch dass ein Umgang damit möglich und erlernbar ist. Zusätzlich gibt es natürlich zur Unterstützung auch entsprechende Therapiemöglichkeiten sowohl durch Therapeuten als auch durch bestimmte Übungen für zuhause. So kann bei Ergotherapeuten und Neuropsychologen oft auch die Software zum Training genutzt werden. Weiterhin gibt es einige Spiele und Gehirnjogging Programme, die helfen können.

Als einfachste Übung empfehle ich zwei Dinge:

– Lesen

  • Man nehme sich eine Zeitung und einen Stift. Nun wählt einen beliebigen Buchstaben aus dem Alphabet. Die Aufgabe ist nun, diesen Buchstaben in jedem Wort der Zeitung oder des Blattes durchzustreichen. Jemand anderes sollte mal zur Kontrolle drüber schauen und die übersehenen Buchstaben zählen. So kann man die Entwicklung zum nächsten Mal nachverfolgen.

 

Nochmal zum Verständnis: Ein Neglect ist KEIN Problem der Augen oder des Sehnervs. Hier wird der Neglect oft mit einer Gesichtsfeldeinschränkung verwechselt. Trotz perfekter Sehkraft und intaktem Sehapparat kann der Neglect also auftreten, WEIL er eben im Gehirn verursacht wird. Aber selbst Wissenschaft und Forschung haben den Neglect und die Prozesse im Hirn dazu noch nicht ganz verstanden.

Mir ist nur immer wieder aufgefallen, dass Schlaganfallpatienten auch gerne mal zum Augenarzt geschickt werden und eine Gesichtsfeldstörung diagnostiziert bekommen, die ich nach meinem Wissen in Frage stellen würde und mich frage, warum da kein Neglect getestet wurde.

Gerade wenn es um den Wunsch geht, nach dem Schlaganfall wieder Auto zu fahren, ist hier die richtige Diagnose lebenswichtig…. Insbesondere weil der Patient es oft selbst gar nicht merkt oder weiß.

einhändig Suppe essen mit demSuppentellerhalter für den WiBi Multihalter


 

 

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gesammelte Hilfsmittel und Gadgets 2020: Turboclip, Schlüssellicht und Einhandtablett

Video:

 

 

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Turboclips:

 

 

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Schlüssellicht:

 

 

 

 

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Einhandtablett:

 

 

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einhändig Wäsche zusammenlegen mit dem Faltbrett und Konmari Methode mit einer Hand

Video:

 

 

Und das meinte ich mit der Aussage, dass Frauen manche Dinge wohl besser gar nicht zusammenlegen(Spaß muss sein):


 

 

 

 

Hier könnt Ihr das Faltbrett bekommen:

 

(Bild-Link, also auf das Bild klicken!)

neue Lebensfreude nach Schlaganfall: wieder Fahrradfahren mit einem Liegedreirad

der Wind im Gesicht, das Geräusch der Kette beim Treten, den Lenker in der Hand, jederzeit bereit zu schalten und zu bremsen.  Fahrradfahren ist für viele (gesunde)Menschen eine Selbstverständlichkeit, sei es als Fortbewegungsmittel oder als Sport- und Freizeitbeschäftigung.

Für Menschen mit Behinderung jedoch, bleibt dies oft ein Traum oder eine Erinnerung an frühere Zeiten.

Dabei kann ein Fahrrad auf so viele Arten eine Bereicherung für das Leben und die Gesundheit von  Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung sein. Und nicht immer ist es unmöglich, auch wenn zunächst so erscheinen mag…..

 

Nichts geht mehr…

Für diejenigen, die meinen Blog nicht regelmäßig verfolgen, möchte ich kurz meine Ausgangssituation wiederholen: Im Alter von nur 26 Jahren erlitt ich einen schweren Schlaganfall durch eine plötzlich gerissene Halsschlagader (Mediainfarkt nach ACI-Dissektion) mit der Folge einer Halbseitenlähmung links. In einer monatelangen Reha habe ich das Laufen wieder so einigermaßen lernen können, das linke Bein bleibt jedoch schlecht kontrollierbar und der linke Arm ist komplett ohne Funktion.

Damit entfallen logischerweise sehr viele Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, insbesondere auch die der Fortbewegung mit Auto, Motorrad und eben auch dem Fahrrad; aber auch die meisten sportlichen Betätigungen sind nicht mehr möglich… so kann ich eben nicht mehr laufen/loggen, schwimmen und  auch kein normales Fahrrad fahren.

Als Student war ich das tägliche Radfahren gewohnt, ging zusätzlich schwimmen, laufen und sogar regelmäßig ins Fitnessstudio.

 

Abgesehen davon war es eine große Leidenschaft von mir, alle möglichen Arten von Maschinen und Fortbewegungsmitteln zu steuern, ich liebte mein Auto, fuhr so oft wie möglich Motorrad und dank des außergewöhnlichen Hobbys meine Vaters saß ich sogar  öfter mal am Steuerknüppel eines Flugzeugs:

 

All das war nun vorbei und jede einzelne dieser Tätigkeiten vermisse ich seit nunmehr über 11 Jahren.

 

Ein Hoffnungsschimmer

Schon vor Jahren hatte mir mein Ergotherapeut von Dreirädern erzählt, mit denen Schwerbehinderte unter Umständen selbständig fahren können. Aber erst 2019 traute ich mich zu dem örtlichen Fahrradhändler, der diese entsprechenden Liegedreiräder anbietet und in meiner Region bekannt dafür ist, diese Räder kreativ und kompetent für alle möglichen Behinderungen anzupassen.

Da ich meinen gelähmten linken Fuß nicht bewegen und kontrollieren kann, war meine größte Sorge, wie man diesen auf dem Pedal befestigen könnte.

 

Ich erfuhr von 3 bekannten Herstellern von Liegedreirädern, die aber im Grunde alle ähnlich aufgebaut sind: Ein richtiger Sitz , 3 Räder und ein Lenker unter dem Sitz, dessen Griffe also links und rechts nach oben ragen.

Die bekannten Varianten lauten:

  • Anthrotech Trike
  • Hasebike Kettwiesel
  • HP Velotechnik Scorpion

 

Dies ist keine Werbung, und schon gar keine bezahlte; ich nenne lediglich die einschlägigen Produkte/Liegedreiräder, die der Markt bietet!

Ich durfte spontan das Anthrotech probefahren. Hierzu befestigte der Mitarbeiter 2 spezielle Pedale mit Fersengummi, die die Füße in der Halterung halten. Nach kurzer Einweisung rollte ich tatsächlich vom Hof und strampelte aus eigener Kraft die Straße entlang. Das Gefühl, nach so langer Zeit endlich wieder Fahrrad zu fahren und selbständig über den Asphalt zu zu gleiten,zu bremsen, zu lenken und dabei die Fliehkraft in der müden Hüfte zu spüren…. das war ein Gefühl der Freiheit und Mobilität, welches ich so lange vermisst hatte und mir kamen spontan die Tränen beim Fahren.

Somit war für mich klar: Ich brauche dieses Rad! „Egal wie“, dachte ich zwar, aber natürlich würde das Ziel angesichts des Preises von rund 3000 Euro nur schwer zu erreichen sein als Frührentner.

 

Ich setzte meine Hoffnung in die Finanzierung durch Sozialhilfeträger oder Krankenkasse, schließlich stellt ein solches Dreirad ein erhebliches Hilfsmittel dar, um mir Mobilität im Nahbereich zu ermöglichen(einkaufen, Arztbesuche, Behördengänge usw.) sowie ein Sportgerät als Mittel zur Gesunderhaltung.

Monatelang setzte ich mich schriftlich mit Sozialamt und Krankenkasse auseinander, schrieb Anträge und Widersprüche, diskutierte am Telefon und hatte zwischendurch sogar Hoffnung auf Erfolg, jedoch letztendlich nur die Erkenntnis, dass Fahrräder jeglicher Art aufgrund der Gesetzeslage schlichtweg nicht übenommen werden können.

 

Die abschließende Ablehnung und Erklärung erhielt ich telefonisch von einer Mitarbeiterin der Krankenkasse.

 

Kaum aufgelegt, schaute ich einfach mal, was die Kleinanzeigen so im Angebot hatten. Und siehe da… Jemand verkaufte ein fast neues Anthrotech hier in Hannover, welches nur 3 Monate alt war, kaum 50 Kilometer gefahren für 1000 Euro unter dem Neupreis.

 

Diese Gelegenheit bekommt man nur einmal und das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Wochenlang grübelte ich über die Finanzierung und entschied mich letztendlich doch für einen Ratenkredit bei der Bank.

 

Man lebt nur einmal… richtig?!?

 

Natürlich musste ich das Rad von den Profis noch anpassen lassen, also Pedale zur Fußbefestigung anbauen sowie Bremse und Schaltung nach rechts verlegen. Ich hatte Glück und der Verkäufer brachte mir das Rad direkt zum Fahrradladen, wo mir die Mitarbeiter des Räderwerks (http://www.raederwerk-hannover.de/) alles perfekt anpassten und der kompetente Ingenieur konstruierte eine Pedal für den linken Fuß, in welches ich selbst gut hineinkomme und den Fuß mit Klettband hervorragend befestigen kann:

 

auch die Kette musste verlängert werden.

 

 

An ein solches Gefährt muss man sich erst gewöhnen und sich einfahren, daher war es mir zu gefährlich, gleich als erste Fahrt quer durch die ganze Stadt nach ‚Hause zur Garage zu fahren.

 

Ich spannte also mal wieder meinen lieben Kumpel Benny ein und wir transportierten das Rad tatsächlich mit der Stadtbahn bis zum Heimathafen Kronsberg 😉

 

Eine ganz neue Lebensfreude

am nächsten Tag  konnte ich es gar nicht erwarten, das Bett zu verlassen und so schnell wie möglich aufs neue Bike zu steigen und die Gegend aus neuer Perspektive zu erkunden.

 

zunächst wurde das nahegelegene Expogelände besucht und das Messegelände umfahren.

 

Und was soll ich euch sagen? – Das Gefühl der Freiheit und wieder selbständig mobil zu sein war und ist die größte Freude, die mir seit dem Schlaganfall widerfahren ist. Es tut so unendlich gut, sportlich aktiv zu sein und die frische Luft derart intensiv aufzunehmen. Und natürlich macht es einen riesigen Spaß. Stück für Stück fühlte ich mich sicherer und routinierter und schon am zweiten Tag schaffte ich es zum Maschsee, dem bekannten Stadtsee Hannovers. Dort angekommen musste ich natürlich unbedingt einmal drumherum fahren. Dieser Nachmittag und diese Erfahrung war dann nochmal wieder schöner und intensiver als gedacht. Der Blick auf den See während der Fahrt, das Einreihen in die anderen Radfahrer und Umfahren der Fußgänger( im Sinne von ausweichen, nicht umnieten natürlich) weckte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten und brachte ein Gefühl von Normalität und, mir fällt jetzt kein besseres Wort ein, INKLUSION. Denn ich gehörte jetzt zu der aktiven und dynamischen Gesellschaft, die diesen schönen Samstag an einem beliebten Ausflugsziel verbrachten und ich wurde gegrüßt und angelächelt und gehörte einfach irgendwie dazu; Ganz anders als der  humpelnde hinkende Mann mit dem schlaff herabhängenden Arm, den die Leute sonst so sehen.

 

Niemals hätte ich früher gedacht, dass Radfahren so viel Spaß machen kann.

 

Und somit stand die Entscheidung fest, als ich nach der Seeumrundung wieder am Ausgangspunkt ankam…….: Nochmaaaaaal!!!!!

 

Ich fuhr also einfach noch einmal um den kompletten Maschsee und erst danach wieder nach Hause. Somit standen am Ende des Tages die satten 30 Kilometer auf der Uhr und ich fühlte mich herrlich. Ich glaube, so ähnlich fühlt sich ein Gefängnisinsasse bei der Entlassung.

 

 (sorry, eigentlich sind die Bilder vertikal, aber hier stimmt technisch etwas nicht)

 

Nach etwa 2 Wochen wagten wir schon die erste größere Radtour und fuhren zum Benther Berg am Rande des Deister. Hin und zurück waren das insgesamt über 45 Kilometer.

 

 

 

Diese Tour war zwar sehr anstrengend, hat aber unglaublich gut getan.

 

Mittlerweile versuche ich, täglich zu fahren und auch weitere große Touren sind geplant.

 

Und auch gesundheitlich bemerke ich jetzt schon den Mehrwert. Ich habe 6 Kilo abgenommen und werde oft angesprochen, ich würde viel frischer aussehen. Außerdem scheint der gelähmte linke Fuß so langsam ein bisschen „aufzuwachen. Die ständige Bewegung durch das Fahrradpedal scheint eine therapeutische Wirkung zu haben und tatsächlich konnte ich eines Tages den ganzen Fuß etwas bewegen. Ich bin nun gespannt und voller Hoffnung, dass das Radfahren über Jahre vielleicht eine so große Wirkung auf den Fuß haben könnte, dass die Fußheber-Funktion wieder möglich wird und somit vielleicht wieder ein völlig normales laufen. drückt mir die Daumen.

 

Viele weitere Fotos und auch Videos werden noch folgen; verfolgt einfach meine Seite hier oder bei Facebook und Youtube. Oder mir privat bei Instagram unter @AndivomKronsberg

einhändig Kochen – mit der Kochbroschüre

Hier seht Ihr den Flyer über die Kochbroschüre von der Organisation „Aphasie Suisse“. In der Broschüre werden viele Rezepte ausschließlich anhand von Bildern/Fotos erklärt. Die Rezepte können alle mit nur einer Hand nachgekocht werden.

 

 

 

In der Broschüre werden viele Rezepte,ausschließlich anhand von Bildern/Fotos, erklärt. Die Rezepte können alle mit nur einer Hand nachgekocht werden.

 

Bei jedem Rezept sieht man zunächst eine Übersicht über die benötigten Zutaten. Anschließend wird Schritt für Schritt alles gezeigt bis zum fertigen Gericht:

 

 

Demnächst werde ich ein ausgewähltes Rezept in einem Video für euch nachkochen.

Die Kochbroschüre kann hier bestellt werden:

http://www.aphasie.org/de/members/bestellungen/kochbroschuere_p760

Auspackvideo Frau Kettner Teller für Einhänder

Video:

 

 

 

Und hier könnt Ihr den Teller bestellen:

 

einhändig Socken anziehen mit der Strumpfanziehhilfe von PBInnova

mein Video:


Hier auch ein Video des Herstellers mit einer ausführlichen Vorführung… auch mit 2 Händen…:

 

 

 

Und hier der Link zum Hersteller, wo Ihr die Strumpfanziehhilfe bestellen könnt:

https://www.pbinnova.de/

selbständig schneiden und essen mit einer Hand mit Frau Kettners Teller für Einhänder

mein Test und Vorführung des Frau Kettner Tellers:


 

 

Hier auf der Webseite von Frau Kettner bekommt Ihr weitere Informnationen und könnt Bestellungen aufgeben:

 

 

neuer Aufsatz für den Multihalter: einhändig Kartoffeln schälen mit dem Kartoffelhalter

 

 

Hier hatte ich den Multihalter ausführlich vorgestellt:

 

 

 

Hier hatte ich das Brettchen zum Multihalter ausführlich vorgestellt:

 

 

 

 

Und hier geht´s nochmal zum Schmiedehof:

 

https://www.schmiedehof-suedfrersbuell.de/wibi-multihalter/